Weniger Vertrauen in Influencer

Eine aktuelle Studie ergab: Das Vertrauen der Europäer in Social-Media-Influencer schwindet. Dagegen punkten verbrauchergenerierte Inhalte. 


Das Vertrauen von Verbrauchern in Markenempfehlungen von Social-Media-Influencern ist gestört. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Software-Unternehmens Bazaarvoice, an der über 4.000 Konsumenten in Europa teilgenommen haben, davon 1.000 aus Deutschland.

71 % der deutschen Befragten ziehen die Produkt- oder Markenbewertung eines anderen Kunden der Empfehlung durch einen Journalisten oder bekannten Influencer vor. Als authentischste Plattform gilt unter den Kunden YouTube (30 %). Damit gewinnen von „echten“ Verbrauchern generierte Inhalte an Bedeutung.

Das große Problem der Influencer ist demnach mangelnde Authentizität: 80 % der Konsumenten bereit, ihre Kaufentscheidung zu treffen, ohne dafür vorher einschlägige Beiträge von Kunden, Influencern oder Journalisten zu Rate gezogen zu haben.

Eine wesentliche Rolle spielt hier der Faktor Vertrauen. Die Inhalte auf den großen Social-Media-Plattformen haben in der Wahrnehmung deutlich an Authentizität verloren. So halten nur 8 % der internetaffinen Millenials Facebook für eine authentische Plattform, bei Snapchat sind es sogar nur 7 % und bei Twitter 6 %.

Allerdings: Durch mehr Transparenz können Influencer ihre Glaubwürdigkeit wiederherstellen, denken die Teilnehmer der Studie: 43 % von ihnen sagen, dass es an der Zeit sei, strengere Regeln für Influencer einzuführen.

Die Konsumentenbefragung von Bazaarvoice hat weiter ergeben, dass es generationsabhängige Unterschiede gibt, wie Nutzer die sozialen Plattformen wahrnehmen. Mehr als jeder vierte Studienteilnehmer über 55 Jahren (27 %) stuft Facebook als eine der authentischsten Informationsquellen ein. Das jüngere Publikum vertraut eher auf Video-Content: Jeder Dritte „Millenial“ hält YouTube für eine authentische Plattform (32 %). Kritische Beiträge scheinen dabei Vertrauen zu stiften. Denn 45 % der 18- bis 24-Jährigen gaben an, bei Influencern auch negative Bewertungen und konstruktives Feedback gesehen zu haben. Die Hauptstärken der Influencer liegen in ihrem Einfluss auf die Produktpräferenzen und Gewohnheiten ihrer Follower (58 %) sowie darin, ein jüngeres Publikum zu erreichen (39 %).

51 % der Studienteilnehmer konsumieren heute mehr Content von Influencern als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig zeigen sich die Konsumenten jedoch unzufrieden, daInhalte häufig wiederkehren (43 %) und der angezeigte Content für sie an Relevanz verloren hat (47 %).

Nur jeder dritte Studienteilnehmer ist der Meinung, dass Influencer verantwortungsvoll agieren (31 %). Das liegt zum einen daran, dass Follower den Eindruck haben, Influencer würden gezielt Nutzen aus einem leicht zu beeindruckenden Publikum ziehen (64 %). Zum anderen empfinden die Befragten Influencer als zu materialistisch (55 %) und zu weit entfernt vom realen Leben (61 %).

„Influencer müssen ganz klar darauf hinarbeiten, den Anteil ihrer produktbezogenen Posts zu minimieren“, kommentiert Benjamin Dunkel, Head of Solution Consulting and Retail Acquisition, EMEA bei Bazaarvoice. „Wenn sie einen Teil ihrer Arbeit an die Konsumenten abgeben und Produktbewertungen ihnen überlassen, profitieren am Ende beide Seiten” (Quelle: e-commerce-magazin.de).

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