Richemont: Neuer Uhrenchef steht fest

Nachdem Georges Kern im Juli überraschend den Luxusgüterkonzern Richemont verlassen hat (oder verlassen musste?) steht nun sein Nachfolger fest, der freilich kein Unbekannter ist. Jerome Lambert soll das kriselnde Uhrengeschäft wieder auf Trab bringen.


Georges Kern gilt als Marketing-Genie und hat bei Richemont einiges geändert. Sein Weggang war wohl einer schwierigen Zeit im Uhrenbusiness geschuldet. Nun, vier Monate später, steht der Nachfolger fest, der als neuer Uhren-Chef bei Richemont wieder für Aufwind sorgen soll. Jerome Lambert, der bisher für das operative Geschäft des Gesamtkonzerns zuständig war, soll diesen Posten beibehalten und gleichzeitig die Uhren-Agenden übernehmen. Nach Einschätzung von Analysten geht der weltweit zweitgrößte Luxusgüterkonzern damit auf Nummer sicher: „Lambert ist der beste Kandidat, um irgendwann Firmenchef zu werden“, schrieben die Analysten von Exane BNP Paribas. Einige sehen Lambert schon als „quasi CEO“ an. Denn auch diese Führungsposition ist seit dem Rücktritt des früheren Firmenchefs Richard Lepeu vakant. Seither wird Richemont von einem Führungskommitee gesteuert, dem künftig auch Emmanuel Perrin angehören soll. Er ist ebenfalls ein langgedienter Richemont-Manager und übernimmt die Verantwortung für den Vertrieb des Uhrengeschäfts und steht so Lambert zur Seite.

Auf die beiden „alten“ Neuen wartet eine herausfordernde Aufgabe, denn Richemont legte in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres zu – jedoch hauptsächlich beim Schmuck. Hier stieg der Umsatz um 15 %. Bei den Uhrenmarken legten die Erlöse um 6 % zu – die weiterhin hohen Lagerbestände bei den Handelspartnern mache dem Konzern aber zu schaffen. Doch Richemont dämpfte die Erwartungen: Das Wachstum werde sich nicht gleich schnell fortsetzen, wie im ersten Halbjahr. Denn in der ersten Hälfte habe die Firma auch von den schlechten Vergleichszahlen von 2016 profitiert.